NetWorker Desaster Recovery und Windows
Verfasst von Peter Heikens am 8. Juli 2011
Zu den etwas anspruchsvolleren Aufgaben eines BackupAdmins gehört das Wiederherstellen eines kompletten Systems mit allem Drum und Dran. Ein BareMetal-Recovery also. Gern werden zu diesem Zweck dann ImageTools verwendet, die dem Admin einfach Plattenimages zur Verfügung stellen, die dieser dann nur zurückkopieren muss um das System zu retten.
Was ist jetzt aber das Problem bei den "normalen" Backuptools wie NetWorker und Co?
Um beispielsweise die von NetWorker gesicherten Daten zu recovern, ist ein Betriebssystem und ein NetWorker Client auf dem betroffenen System notwendig. Wenn ein BareMetal-Recover durchgeführt werden soll, ist beides naturgemäß ersteinmal nicht voranden.
Handelt es sich nun bei dem wiederherzustellenden System um Linux oder Unix ist die Sache noch verhältnismäßig leicht zu händeln. Mit einem Recover- oder Livesystem kann man ein Netzwerk einrichten, notwendige Binaries und Libraries per nfs mounten und dann alle Daten auf den neuen Platten wiederherstellen. Danach wird die Bootpartition aktiviert und das System sollte wieder funktionieren. Nur wenn sich die Plattform dramatisch geändert hat, wird's eventuell problematisch.
Die Wiederherstellung eines Windows Systems mit NetWorker nach einem Totalcrash war/ist dem gegenüber eine nicht wirklich triviale Geschichte.
Zwar gibt es Hilfsmittel wie zum Beispiel ASR oder HomeBase, die aber nicht wirklich einfach mal eben funktionieren (ASR) oder nicht alle Betriebssysteme unterstützen und zudem noch extra kosten (HomeBase).
Das bedeutet in der Regel, dass der Admin das Betriebssystem mit identischem Patchstand installieren muss, sämtliche Rollen und Features müssen installiert werden. Der Hostname muss stimmen und die Hosts-Datei angepasst werden. Alle Systemlaufwerke müssen vorhanden sein. Die NetWorker-Installation muss den selben Stand haben, wie vor dem Disaster. Erst dann können die notwendigen Savesets recovert werden. Eine Step by Step Anleitung findet man in den EMC-Manuals: EMC Disaster Recovery Guide.
Seit Windows7/2008(R2) bietet Microsoft für eine DisasterRecovery nur noch die Offline-Variante an. Daher müssen eben auch Software-Hersteller ran und ihre Software entsprechend anpassen.
Mit der Networkerversion 7.6.2 hat EMC genau da angesetzt.
EMC stellt ein iso-Image zur Verfügung, das auf CD gebrannt oder in einer VM als CD eingebunden ein WinPE bootet. Dort wird ein Wizard gestartet, mit dem alle für ein Recover notwendigen Einstellungen und Auswahlen vorgenommen werden können. Danach wird nur noch der Recover gestartet. Nach einer Weile, wenn alle Daten zurückgeschrieben sind, versucht man ein Reboot ins recoverte System und staunt: Es hat funktioniert. Was dort allerdings nicht geht: Einzelne Dateien zurücksichern. Aber das ist ja auch nicht Ziel an dem Konstrukt "Disaster Recovery".